Reinhold Burger



In den nächsten Wochen möchte ich euch die Menschen vorstellen, die mit der Erfindung der Thermoskanne bzw. Isolierkanne im Zusammenhang stehen. Den Anfang soll der berühmte Glastechniker und Erfinder Reinhold Burger (1866-1954) machen. Dieser versuchte als erstes aus dem von Chemiker und Physiker Sir James Dewar entwickelten Dewar-Gefäß wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.

Burgers Leben

Reihold BurgerReinhold Burger wurde am 12. Januar 1866 in Glashütte geboren, einem kleinen Dorf in der Nähe von der märkischen Stadt Baruth. Schon früh bereitete sein Vater, ein Glasfabrik-Arbeiter, ihn auf seinen vorbestimmten Beruf. Mit 15 Jahren ging er nach Berlin. Hier absolvierte er eine Lehre bei C.A.F. Geissler & Sohn. Nachdem er seine Lehre abgeschlossen hatte, arbeitete er als ausgebildeter Glastechniker bei Siemens & Halske weiter in Berlin. Ab 1980 arbeitete er in der USA (New York, Brooklyn, Boston, Philadelphia und Chicago). Wegen fehlendem Startkapital konnte er jedoch dort kein Unternehmen gründen. In Berlin zurück schaffte er es dann doch ein Investor zu finden und gründete im Jahre 1894 seine eigene Firma „R. Burger & Co.“, eine Glasinstrumentenfabrik. Diese stellte Thermometer, Laborgefäße und –geräte und Materialien für die Schule her. Drei von vier seiner Kinder stiegen auch in das erfolgsversprechende Geschäft ein. Ihnen haben es vor allem die Thermoskanne angetan. Bis zu seinem Tod am 21. Dezember 1954 leitete er das Unternehmen selbst. Auch nach seinem Tod bestand die Firma weiterhin bis 1982 mit bis zu vierzig Mitarbeitern.

Burgers größte Erfindungen

Röntgenröhre (auch Hochvakuumelektronenröhre genannt)
Wilhelm Conrad RöntgenDie Röntgenröhre dient zur Erzeugung von Röntgenstrahlen. In dieser Röhre werden Elektronen auf ein Kupfer- oder Wolframblech geschossen. Die Teilchen werden in dem Blech stark abgebremst und strahlen dann das Röntgenlicht ab. Die Röntgenröhre entwickelte Reinhold Burger für Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923). Diese Burgersche Vakuum-Röhre zeichnete sich durch viele Komponenten (Materialdicken, elektrische Anschlüsse bleihaltige Schutzschicht) aus, die sich optimieren lassen.

Thermoskanne
Burger experimentierte viele Jahre auch mit dem Dewar-Gefäß. Durch einen Glücksfall konnte er seine Experimente mit dem Auftrag des Eismaschinenfabrikantes Carl von Linde (1842-1934) verbinden. Die entwickelte Glassflasche versuchte er schließlich für den Alltag tauglich zu machen. Er nannte sie „Thermoskanne“ bzw. „Thermosflasche“ und registrierte die Kanne als Patent am 1. Oktober 1903. Burger interessierte sich nicht für den kaufmännischen Aspekt seiner Tätigkeit, weil er lieber ein Entwickler war. Aus diesem Grund verkaufte 1909 er das Patent und die Gesellschaft an die eigens gegründete Berlin-Charlottenburger Thermos-Aktiengesellschaft. Im Jahre 1909 verkaufte er die Rechte zur Produktion ebenfalls an die amerikanische Firma Thermos Bottle Company, die dadurch immens expandieren konnte. Von hier startete der eigentliche Siegeszug der Thermoskanne.

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